Honda GL 1800 Gold Wing
(Modell 2006 mit Airbag)
Crashtest Bilder Crashtest Video (1,9MB)
Als erster Hersteller bietet der Weltmarktführer Honda seit Juli (USA) und September 2006 (Deutschland) ein Motorrad mit Airbag an. Die Gold Wing, das Spitzenmodell im Honda-Programm, die es ohne den Luftsack bereits gibt. Beim ADAC musste sich die Gold Wing in beiden Versionen einem vergleichenden Crashtests stellen.
Und die Tester wählten die härteste Aufprallvariante.
Im ADAC-Crashtest fuhren jeweils eine Gold Wing mit und eine ohne Airbag mit 72
km/h frontal seitlich gegen einen stehenden Van. Dieses Szenario stellt nach
Auswertung der ADAC Unfallforschung einen häufig vorkommenden Motorradunfall
dar. Die positive Überraschung: Der Airbag rettet dem Fahrer nicht nur das
Leben, er reduziert sogar die Verletzungen auf ein Minimum
Die Ergebnisse der beiden Crashtests mit und ohne Airbag übertreffen alle Erwartungen. Auf der Gold Wing ohne Airbag schlägt der Dummykopf wie erwartet ungebremst auf die B-Säule des Vans, die Halswirbelsäule wird durch die Wucht des nachschiebenden Körpers extrem stark geknickt. Beide Belastungen würden im Realfall zum Tod führen. Auf der Gold Wing mit Airbag wird der Fahrerdummy dagegen frühzeitig aufgefangen, ein massiver Kopfkontakt mit dem Van wird dadurch verhindert. Lediglich die Unterschenkel werden durch Motor und Verkleidungsteile so belastet, dass sie brechen. Ein Vergleich der Verletzungsfolgen verdeutlicht: Der Airbag an diesem Motorrad macht bei so einem Unfall den Unterschied aus zwischen leichten und tödlichen Verletzungen
Details:
Das neue „Airbagsystem für Zweiräder“ besteht aus einem Modul hinter dem Steuerkopf, das den Airbag und die Gaspatrone enthält, die den Airbag zündet. Hinzu kommen Crash-Sensoren, die Veränderungen in der Beschleunigung überwachen und den Aufprall erkennen sowie die Airbag-ECU (elektronische Steuereinheit), die berechnet und unmittelbar entscheidet, wann eine Kollision vorliegt.
Bei einem schweren Frontalzusammenstoß messen die vier Crash-Sensoren an der Vorderradgabel das Ausmaß der Verzögerung, die durch einen Aufprall verursacht wird. Die Daten werden an die ECU übermittelt, die entscheidet, ob eine Kollision vorliegt und der Airbag aktiviert werden muss. Falls die Berechnungen der ECU ergeben, dass ein Auslösen des Airbags erforderlich ist, sendet die ECU ein elektrisches Signal an die Gaspatrone, die sofort den Airbag mit Stickstoff entfaltet. Innerhalb von 0,060 Sekunden nach dem Aufprall kann der Airbag so die Bewegungsenergie des Fahrers in Vorwärtsrichtung zu großen Teilen aufnehmen. Gleichzeitig wird die Geschwindigkeit, mit der der Fahrer vom Motorrad weggeschleudert wird, reduziert. Die Schwere der Verletzungen durch einen Aufprall auf ein gegnerisches Fahrzeug oder die Straße werden damit erheblich verringert.
Die Hauptkomponenten des Airbagsystems für Zweiräder sind
Quelle: ADAC (TET)